SV Altenoythe e.V.

NWZ - Serie zu 25 Jahre Bezirksfussball beim SV Altenoythe

von Stephan Tönnies

 

Hohefelder mischen Bezirksebene auf

 
SV Altenoythe spielt seit 25 Jahren höherklassig – Legendäre Spielzeiten – Tolle Typen
Den Grundstein für die Erfolge legte die starke Kreisliga-Elf aus der Serie 1988/1989. Bernd Wieborg und Co. holten sich sogar das Double.

 

 

Der Hamburger SV spielt seit 51 Jahren in der ersten Fußball-Bundesliga. In Spaniens erster Liga ist Athletic Bilbao seit Gründung der Primera Division 1928 ununterbrochen in der höchsten Liga unterwegs. Unterdessen können die Fans des SV Altenoythe in diesem Jahr auf eine 25-jährige Zugehörigkeit auf Bezirksebene zurückblicken.

 

Ein Grund mehr für die NWZ , in einer kleiner Serie auf das letzte Vierteljahrhundert zurückzublicken. Den Grundstein für die heutige Zugehörigkeit auf Bezirksebene legte sicher die starke Mannschaft aus der Saison 1988/1989. Trainiert vom ehemaligen SVA-Spieler Theo Wieborg wurde die Kreisliga-Spielzeit 1988/1989 zu einer der denkwürdigsten Serie in der Altenoyther Vereinshistorie.

 

Gutes Spielermaterial

 

Wieborg und sein Betreuer Werner Lammers konnten auf ein gutes Spielermaterial zurückgreifen. Zumal sich die Elf um Kapitän Hans Hanneken erstklassig verstärken konnte. Josef Behne kam vom SV Mehrenkamp, Andreas Fründt aus der eigenen Talentschmiede sowie Ludger Tholen vom VfB Oldenburg II.

 

Doch aller Anfang war schwer. Das erste Saisonspiel ging gegen den SV Nikolausdorf mit 0:4 in die Hose. Eine Woche später setzte es daheim gegen Neuling VfL Löningen II eine 0:2-Schlappe. Der Fehlstart war perfekt und der SVA tappte im Dunkel des Tabellenkellers, statt von der Tabellenspitze aus zu grüßen.

 

Team zeigt gute Reaktion

 

Die Mannschaft zeigte aber die richtige Reaktion. Es folgten 20 Spiele ohne Niederlage in Folge. Am 9. April 1989 kam es zum Spitzenspiel gegen den Mitkonkurrenten SW Lindern, welches mit 2:1 gewonnen werden konnte. Am vorletzten Spieltag konnte der SV Altenoythe mit einem Sieg im Derby gegen Hansa Friesoythe den Aufstieg perfekt machen. Jedoch gelang Hansa die Führung, ehe Heinz Macke mit einem Doppelpack das Hohefelder Stadion in ein Tollhaus verwandelte. Der Aufstieg in die Bezirksklasse war somit geschafft. Kurze Zeit später machten die Altenoyther mit einem 2:0-Endspielerfolg im Kreispokal gegen den SV Bevern das Double perfekt. Die beiden Tore gingen auf das Konto des Standardspezialisten Peter Speckmann. Nun konnte das Abenteuer Bezirksebene in Angriff genommen werden.

 

Starke Neuzugänge

 

Bevor der Startschuss für die erste Hohefelder Saison 1989/1990 auf Bezirksebene fiel, gab es einige Veränderungen im Kader. Den Kader verstärkten die Brüder Andreas Wieborg und Michael Wieborg. Beide kamen vom Landesligisten BV Cloppenburg. Vom SV Hilkenbrook heuerte der starke Stürmer Georg Haskamp an. Zudem gelang es den Verantwortlichen, Felix Frerichs aus Friesoythe nach Altenoythe zu lotsen. Trainer blieb weiterhin Theo Wieborg, assistiert von Werner Lammers.

 

Die Fußballer des SV Altenoythe in der Saison 1989/1990 (hinten, von links): Gerold von Horn, Werner Lammers, Bernd Wieborg, Thomas Fründt, Josef Behne, Ewald Tholen, Josef Wieborg, Georg Haskamp, Ludger Tholen und Theo Wieborg; (vorne, von links): Peter Speckmann, Willi Lübbers, Klaus Lammers Michael Wieborg, Felix Frerichs, Andreas Fründt, Hubert Flatken und Andreas Wieborg. BILD: Chronik SV Altenoythe

 

Die Spiele mit Altenoyther Beteiligung wurden zu einem wahren Kassenschlager. Im Schnitt kamen 300 Zuschauer zu den Heimspielen. Während der Spiele herrschte „Totentanz“ in Altenoythes Straßen. Denn ein Großteil der Ortschaft war auf dem Fußballplatz. So wie am siebten Spieltag, als das Auswärtsspiel beim SV Gehlenberg anstand. Über 1000 Zuschauer erlebten einen denkwürdigen 3:2-Auswärtserfolg. Darunter waren laut damaligen Zeitungsberichten zur Folge gut die Hälfte aus Altenoythe. Das Siegtor gelang Haskamp, der bereits das zwischenzeitliche 1:1 erzielt hatte.

 

Die Altenoyther marschierten durch die Liga. Folgerichtig feierten sie den Jahreswechsel als Tabellenzweiter hinter dem bärenstarken TuS Aschendorf. Während der Rückrunde blieb der SVA den Emsländern auf den Fersen. Am 24. Spieltag kam es in Hohefeld zum Aufeinandertreffen der Konkurrenten. Und erneute brannte der Baum, denn 650 Zuschauer wollten sich diesen Hit nicht entgehen lassen. Sie sahen einen 3:2-Erfolg der Heimmannschaft.

 

Josef Behne verlässt SVA

 

Dadurch verkürzte Altenoythe den Rückstand auf Aschendorf auf vier Punkte. Allerdings blieb der TuS, in dessen Reihen einige Top-Spieler aus der ehemaligen DDR standen, davon unbeeindruckt. Die Emsländer gaben Platz eins nicht mehr her. Der SV Altenoythe wurde als Aufsteiger direkt Zweiter.

 

Nach Saisonende gab Theo Wieborg das Traineramt ab. Sein Nachfolger wurde Leo Wieborg. Er kam vom damaligen Landesligisten BV Cloppenburg und heuerte als Spielertrainer an. Die Verpflichtung von Wieborg war eminent wichtig, da mit Peter Speckmann ein Leistungsträger und echter Könner seines Faches aus verletzungsbedingten Gründen aufhören musste. Zudem beendeten Klaus Lammers und Felix Frerichs ihre Karriere. Josef Behne ging zurück zum SV Mehrenkamp. In Sachen neuer Spieler wurden die Scouts des SVA auch beim Rivalen Hansa Friesoythe fündig. Es kamen Ludger Bickschlag und Torwarttalent Matthias Hermeling.

 


 

 

Ein Irrtum, fünf Brüder und viele Siege

 

FUSSBALL-HISTORIE SV Altenoythe schafft 1990/1991 Aufstieg in Bezirksliga – Torjäger Andreas Wieborg
Der Mittelstürmer erzielte 26 Saisontore. Die Hohefelder feierten 25 Siege bei drei Unentschieden und vier Niederlagen.
Altenoythe
VON STEPHAN TÖNNIES
 

Die Hohefelder waren als Vizemeister in der Vorsaison in die Spielzeit der Fußball-Bezirksklasse 1990/1991 gestartet. Die Erwartungen an die Truppe um den neuen Spielertrainer Leo Wieborg waren hoch. Auch wenn Wieborg im NWZ -Sonderheft vom 10. August 1990 klar machte, dass man vom Titelgewinn zu dem Zeitpunkt nur träumen könne. Aber Altenoythes Spielertrainer sollte sich gewaltig täuschen.

 

Der SV Altenoythe in der Saison 1990/1991 mit (hinten, von links): Betreuer Helmut Kemper, Betreuer Theo Tholen, Spielertrainer Leo Wieborg, Ludger Bickschlag, Josef Wieborg, Ludger Tholen, Bernd Wieborg, Michael Wieborg und Betreuer Gerold von Horn; (vorne, von links): Andreas Wieborg, Willi Lübbers, Andreas Fründt, Hubert Flatken, Matthias Hermeling, Thomas Fründt, Ewald Tholen, Georg Haskamp und Theo Luttmann. BILD: Chronik SV Altenoythe

 

Die Saison war noch taufrisch, da ging es für die Altenoyther zum Derby nach Gehlenberg. Sie traten mit breiter Brust an. Hatten sie doch die ersten beiden Saisonspiele gewonnen. Auch die Hürde SV Gehlenberg wurde vor 600 Zuschauern genommen. Für die Tore sorgten Andreas Wieborg und Michael Wieborg, sowie Georg Haskamp.

 

Niederlage gegen Lindern

 

Eine Woche darauf bekamen die Altenoyther Besuch von SW Lindern. Lindern gewann klar mit 3:0. Auch im nächsten Heimspiel hatte der SVA seine Probleme. Diesmal mit dem SV Esterwegen. 800 Zuschauer sahen mit Entsetzen, wie Esterwegen bereits nach acht Minuten mit 1:0 in Führung ging. Wiederum acht Minuten später kassierte Altenoythes heutiger Vorsitzender Ludger Tholen eine Zeitstrafe.

 

In der 24. Minute gelang Hubert Flatken per Kopfball der Ausgleich. Ehe Esterwegen noch vor der Pause erneut in Führung gehen konnte. In der zweiten Halbzeit kämpfte Altenoythe verbissen um den Ausgleich. Mit Erfolg: Mit dem Schlusspfiff traf Andreas Wieborg zum 2:2-Endstand.

Dieser Punktgewinn war gut für die Moral und setzte für die kommenden Wochen neue Kräfte frei. Mit 27:7 Zählern holte sich der SV Altenoythe die Herbstmeisterschaft. Auch in der Rückrunde lief es wie geschmiert. Mit einem Sieg bei RW Heede wäre der vorzeitige Titelgewinn und der damit verbundene Aufstieg in die Bezirksliga geschafft.

 

Showdown in Heede

 

Volle Unterstützung: Es war der 18. Mai 1991 als sich mehr als 200 Altenoyther auf dem Weg nach Heede machten. Zu Beginn der Partie sah es aber gar nicht nach einem erfolgreichen Gastspiel aus. Kassens erzielte Heedes Führung. In der Folgezeit haderten die Altenoyther mit dem Fußballgott. So zum Beispiel in der 40. Minute als ein Kopfball von Ewald Tholen von einem Verteidiger wohl erst hinter der Torlinie geklärt werden konnte. Der Referee ließ aber weiterspielen.

 

Georg Haskamp netzt ein

 

Drei Minuten vor der Pause bekamen die Hohefelder einen Foulelfmeter zugesprochen. Ein Fall für Andreas Wieborg, der sicher verwandelte. In der zweiten Halbzeit erspielten sich beide Teams gute Einschussmöglichkeiten. Mit dem besseren Ende für Altenoythe: Zehn Minuten vor Schluss markierte Haskamp den 2:1-Siegtreffer. Der Aufstieg in die Bezirksliga war perfekt. Eine Woche später erhielt SVA-Kapitän Flatken nach der Partie gegen den SV Gehlenberg (0:1) aus den Händen von Staffelleiter Werner Busse den Meisterteller. Das letzte Saisonspiel gewannen die Altenoyther in Lindern 2:1.

 

Fakten zur Saison 1990/1991:

 

Der Kader in der Übersicht: Thomas Fründt, Bernd Wieborg, Andreas Fründt, Hubert Flatken, Josef Wieborg, Ludger Tholen, Willi Lübbers, Michael Wieborg, Georg Haskamp, Ewald Tholen, Andreas Wieborg, Theo Luttmann, Matthias Hermeling, Ludger Bickschlag und Leo Wieborg.

Erfolgreichster Torjäger in den Altenoyther Reihen war Andreas Wieborg. Er markierte 26 Saisontreffer. Die weiteren Treffer verteilten sich wie folgt: Georg Haskamp (12), Ludger Bickschlag, Michael Wieborg (beide 11), Leo Wieborg (7), Ewald Tholen, Hubert Flatken (beide 6), Willi Lübbers (5), Theo Luttmann (2), Josef Wieborg (1).

 

Dauerbrenner: Torhüter Matthias Hermeling und Abwehrspieler Bernd Wieborg bestritten in jener Aufstiegssaison alle 32 Punktspiele. Hubert Flatken und Andreas Wieborg brachten es auf 31 Partien. Auf 30 Einsätze kamen Andreas Fründt, Michael Wieborg sowie Leo Wieborg.

Kurios: Mit Andreas, Bernd, Michael, Leo und Josef Wieborg standen übrigens fünf Brüder im Kader.

 

Reife Leistung: Die Altenoyther gewannen 25 Saisonspiele. Neben drei Unentschieden setzte es nur vier Niederlagen.

 


 

 

Töpperwien staunt Bauklötze über SVA

 
FUSSBALL-HISTORIE Hohefelder kommen als Aufsteiger in Bezirksliga gut zurecht - Legendäres Hallenturnier
Beim Soeste-Cup 1993 in Cloppenburg sorgten die Altenoyther für Furore. Gegen den Gastgeber BVC gelang ein 1:0-Erfolg.
 
Altenoythe
VON STEPHAN TÖNNIES

 

Der SV Altenoythe sprang 1991/1992 als Aufsteiger in das Haifischbecken Bezirksliga West. Nicht mehr mit dabei waren Thomas Fründt, Ewald Tholen und Theo Luttmann. Das Trio hatte sich der zweiten Mannschaft angeschlossen. Zudem hörte auch Bernd Wieborg auf. Er spielte bei den Alten Herren weiter.

 

SVA mischt oben mit

 

Neu im Team waren Alfred Hüffer, der zuvor zwölf Jahre für Hansa Friesoythe gespielt hatte, sowie Burkhard Freese (BV Garrel). Aus dem eigenen Talentschuppen versuchten Markus Behnen, Wolfgang Brand, Stefan Lücking, Michael Pohl (alle A-Junioren) und Rafael Ruthenbeck (II. Herren) ihr Glück im Bezirksliga-Kader. Die Altenoyther fühlten sich auf Anhieb pudelwohl in der neuen Liga. Dabei waren erneut die Zuschauer der zwölfte Mann.

 

Lange Zeit mischte das Wieborg-Team sogar in der Spitzengruppe mit. Kurzzeitig durften die Altenoyther Anhänger von der Meisterschaft träumen. Ein Formtief, welches sich in 1:13-Punkten niederschlug, sorgte am Ende für einen sechsten Platz. Am letzten Spieltag konnte aber der bereits als Meister feststehende FC Schüttorf 2:1 besiegt werden.

 

Willi Lübbers hört auf

 

Das zweite Jahr der Bezirksliga-Zugehörigkeit, die Saison 1992/1993, musste Spielertrainer Leo Wieborg ohne Willi Lübbers und Josef Wieborg angehen. Die altgedienten Recken hatten ihre Laufbahn in der ersten Mannschaft beendet, machten aber in der Reserve weiter.

Von auswärtigen Clubs verpflichteten die Hohefelder Detlef Vornhagen (SV Höltinghausen), Bernd Kühling (BW Ramsloh) und Jürgen Schmedes vom BV Varrelbusch. Mit den neuen Kräften und dem altbekannten Personal legten die Altenoyther eine Top-Saison hin. Auch wenn der erste Teil der Hinrunde mit 10:10-Punkten wenig Anlass zum Optimismus gab.

 

Erfolg in Molbergen

 

Aber die Hohefelder schüttelten sich einmal durch und räumten danach das Feld von hinten auf. Ein Höhepunkt der Saison war sicher der 2:0-Erfolg beim späteren Meister SV Molbergen. Vor 500 Zuschauern erzielten Hubert Flatken und Michael Wieborg die siegbringenden Tore. Am Ende der Runde wurde der SV Altenoythe Vizemeister.

 

Im Vorfeld der Saison 1993/1994 drehte sich mal wieder das Personalkarussell in Hohefeld auf Hochtouren. Hüffer, Ludger Bickschlag, Bernd Kühling und Georg Haskamp verließen den Verein. Auf kostspielige Neuzugänge wurde verzichtet. Stattdessen vertrauten die Verantwortlichen auf ihre Spürnase in Sachen Talente.

 

Diese Taktik ging auf wie ein Hefezopf. Torsten Thomann und Andreas Mödden wurden vom SV Harkebrügge losgeeist. Mit Stefan Thomann vom SV Kampe wechselte ein weiterer ambitionierter Spieler nach Altenoythe. Nach einer abwechslungsreichen Hinrunde überwinterten die Hohefelder auf dem dritten Rang.

 

Aua – Gegen Altenoythes Andreas Wieborg (r.) zu spielen, war alles andere als ein Sonntagsspaziergang BILD: NWZ-Archiv

 

Hexenkessel TVC-Halle

 

Kurz vor dem Jahreswechsel nahm der SV Altenoythe am Hallenturnier „Soeste-Cup“ in Cloppenburg teil. Die Gegner in der Vorrunde hießen FC St. Pauli, Widzew Lodz und der BV Cloppenburg. Die Altenoyther machten sich angesichts der übermächtigen Konkurrenz aber nicht in die Hosen. Sie zeigten den Favoriten stattdessen, wo der Barthel den Most holt. Mit einem 1:0-Erfolg gegen den damaligen Verbandsligisten BV Cloppenburg zogen sie zur Überraschung aller in die Zwischenrunde ein.

 

Selbst der von den Organisatoren als Moderator angeheuerte ZDF-Sportjournalist Rolf Töpperwien staunte Bauklötze über den Underdog. Und über die mitgereisten Altenoyther Fans, die die TVC-Halle an der Schulstraße während der Spiele in einen brodelnden Hexenkessel verwandelt hatten. In der Zwischenrunde war allerdings Endstation. Die Konkurrenten Türkiyemspor Berlin und der tschechische Erstligist Boby Brünn entpuppten sich als zu stark für den Außenseiter.

 

1:0-Sieg gegen Nordhorn

 

Für den SV Altenoythe liefen damals Werner Schulte, Leo Wieborg, Michael Wieborg, Rafael Ruthenbeck, Andreas Wieborg, Burkhard Freese, Torsten Thomann, Stefan Thomann und Andreas Mödden auf dem Cloppenburger Hallenparkett auf.

Auf dem grünen Rasen gaben die Altenoyther in der Rückrunde ebenfalls eine gute Figur ab. Unter anderem konnte der damalige Tabellenführer Vorwärts Nordhorn mit 1:0 bezwungen werden. Für die Meisterschaft reichte es dennoch nicht. Die Saison 1993/1994 wurde auf einem dritten Platz beendet.

 


 

 

Keine Angst vor scharfen Prager Schüssen

 

FUSSBALL-HISTORIE Altenoythes Torhüter Matthias Hermeling glänzt im Freundschaftsspiel gegen Dukla
Die Hohefelder verloren 1998 gegen den tschechischen Traditionsverein 0:7. Hermeling parierte einen Foulelfmeter.
Altenoythe
VON STEPHAN TÖNNIES

 

Vor der Spielzeit 1994/1995 gab es kaum Bewegungen im Kader des Fußball-Bezirksligisten SV Altenoythe. Neu an Bord der Elf von Spielertrainer Leo Wieborg waren Rüdiger Eilers vom SV Mehrenkamp und Rainer Dullweber (SV Harkebrügge). Die Saison verbrachten die Hohefelder in der Spitzengruppe. So sprang am Ende der Serie Platz drei heraus. Nun folgte aber ein echter Einschnitt, denn Wieborg beendete sein Trainerengagement in Hohefeld. Er heuerte beim BV Garrel an, genau wie Burkhard Freese.

 

Neuzugang Georgi Raikov

 

Mit Andreas Mödden ging ein weiterer Leistungsträger. Er wurde vom damaligen Regionalligisten BV Cloppenburg verpflichtet. Als neuen Trainer holten die Clubverantwortlichen Walter Brand. Neben Brand waren der Supertechniker Georgi Raikov vom VfL Oldenburg, Markus Depold (Hansa Friesoythe), Frank Steinkamp (SC Kamperfehn) sowie Sebastian und Raphael Kubisch (beide TuS Bloherfelde) ebenfalls neue Gesichter auf dem Mannschaftsfoto.

 

Auch mit Brand riss der Altenoyther Erfolgsfaden auf Bezirksebene vorerst nicht ab. Obwohl es große Verletzungssorgen gab, reichte es in der Abschlusstabelle zum fünften Platz. Im Bezirkspokal gelang der Sprung ins Achtelfinale. Dort setzte es aber gegen den Verbandsligisten Concordia Ihrhove eine 1:3-Niederlage. Für viele Experten war jedenfalls sonnenklar, dass der SV Altenoythe auch in der Spielzeit 1996/1997 in der Spitzengruppe mitmischen würde.

 

Rücktritt von Brand

 

Doch der Schuss ging nach hinten los. Nach fünf Spieltagen standen vier Niederlagen zu Buche. Trainer Brand gab daraufhin seinen Rücktritt bekannt. Als Nachfolger sprang Andreas Wieborg als Spielertrainer in die Bresche. Ihm zur Seite stand Alfred Hüffer als Co-Trainer. Das Duo feierte mit einem 6:2 gegen den TV Dinklage einen traumhaften Einstand.

 

Hubert Flatken hört auf

 

Auch nach dem Jahreswechsel hatte das Abstiegsgespenst die Hohefelder fest am Wickel. Erst im Saisonendspurt setzten die Altenoyther den Blinker für die Überholspur. Nach einem 1:1 gegen die BVC-Reserve war der Klassenerhalt perfekt. Nach dem Ligaerhalt hängte Oldie Hubert Flatken die Schuhe an den berühmten Nagel. Flatken war 17 Jahre lang in der ersten Mannschaft aktiv. Mit dem SVA sammelte er Erfolge wie andere Leute Briefmarken.

 

Flatken spielte bei den Alten Herren weiter und wurde zudem Co-Trainer in der ersten Mannschaft. Nicht mehr in Diensten Altenoythes standen zu Beginn der Saison 1997/1998 Raikov (BW Ramsloh) und Steinkamp (SC Kamperfehn).

 

 

Vom Spieler zum Co-Trainer: Hubert Flatken (Mitte) im Expertengespräch mit Altenoyther Zaungästen. BILD: NWZ Archiv

 

Abstiegskampf verloren

 

In Sachen Saisonziel war bei den Altenoythern Schmalhans Küchenmeister angesagt. Als Ziel wurde der Klassenerhalt ausgegeben. Dass die Verantwortlichen sich dabei nicht als Tiefstapler betätigten, zeigte der anschließende Saisonverlauf. Im vorletzten Spiel in Schwefingen unterlag der SVA 1:7.

 

Somit musste das Spiel gegen BW Merzen auf Teufel komm raus gewonnen werden. Doch es haute nicht hin an jenem 14. Juni 1998. Die Partie endete nur 2:2. Das Remis besiegelte den Abstieg in die Bezirksklasse. Der Katzenjammer darüber war aber zügig verstummt.

Denn die erste Mannschaft wollte den „Betriebsunfall“ Abstieg schnell wieder korrigieren. In der Vorbereitung auf die neue Saison bestritten die Altenoyther erstmal ein Freundschaftsspiel gegen den tschechischen Traditionsverein Dukla Prag. Die Hohefelder verloren zwar 0:7, und dennoch durfte sich Torhüter Matthias Hermeling als ein Gewinner fühlen.

 

Gastspieler Hermeling

 

Er hatte die Niederlage mit einer tollen Leistung in Grenzen gehalten. Obendrein einen Elfmeter pariert. Die Prager zeigten sich schwer beeindruckt. Sie machten Nägel mit Köpfen. Sie unterbreiteten ihm das Angebot als Gastspieler beim nächsten Dukla-Test gegen den Regionalligisten Kickers Emden mitzuwirken. Hermeling gab seine Zusage und flugs besorgten Prags Verantwortliche eine Gastspielerlaubnis beim DFB.


Ein Torhüter der Extraklasse beim SVA war Matthias Hermeling. BILD: Manfred Nienaber

 

Hermeling wusste auch gegen die Ostfriesen zu überzeugen. Nun dachten die Tschechen ernsthaft darüber nach, den Torhüter nach Prag einzuladen. Um ihn dort während einer Trainingswoche auf Herz und Nieren zu prüfen. Im Endeffekt wurden diese Überlegungen aber nicht in die Tat umgesetzt. Hermeling blieb dem SV Altenoythe erhalten.

 


 

 

Eigene Talentschmiede als wichtiges Grundgerüst

 

FUSSBALL SV Altenoythe wird 2006 letzter Meister der alten Bezirksklasse – Glücksgriff Steffen Bury
Der ehemalige Profi hält sich seit Sommer 2010 im Sattel als Hohefelder Spielertrainer. Er löste Torsten Bünger ab.
Altenoythe
Seit 25 Jahren spielen die Fußballer des SV Altenoythe auf Bezirksebene. Im letzten Teil unserer Serie geht es um die Zeit von 1998 bis heute.
VON STEPHAN TÖNNIES

 

In der Saison 1998/1999 schafften die Bezirksklassen-Fußballer des SV Altenoythe den direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Am vorletzten Spieltag machten sie mit einem 3:0-Sieg gegen den SV Emstek alles klar. In der darauffolgenden Saison konnte die Liga gehalten werden. Ihre beste Leistung absolvierten die Altenoyther beim 2:1-Erfolg gegen den späteren Meister TuS Glane. Am Ende belegten sie Rang acht.

Vor der Saison 2000/2001 gab es beim SVA einige personelle Veränderungen zu verzeichnen. Andreas Mödden kam von Concordia Ihrhove zurück. Mit im Gepäck hatte er Carsten Mennenga. Weitere Neuzugänge waren Christian Alberding, Jürgen Fuhler und Joachim Gruben. Die Neuen schlugen gut ein. Als Belohnung sprang Rang sieben heraus.

 

In den Folgejahren erlebten Fans und Spieler wechselhafte Spielzeiten. So musste zum Beispiel 2003/2004 der bittere Gang in die Bezirksklasse angetreten werden. Ab 2005 setzten die Verantwortlichen des Clubs wieder auf das Modell Spielertrainer. Der ehemalige Zweitligaprofi Stefan Lang kam zur Rückrunde nach Hohefeld.

 

Aufschwung unter Lang

 

Mit Lang ging es aufwärts. Unter seiner Regie dribbelten sich die Altenoyther auf Platz zwei. Diese Platzierung berechtigte zur Teilnahme an den Relegationsspielen zur Bezirksliga. In den Aufstiegsspielen konnten sich die Nordkreisler allerdings nicht durchsetzen. Aufgrund von langwierigen Knieproblemen verlegte Lang sein Revier auf die Seitenlinie.

 

Den Leistungen Altenoythes tat dies keinen Abbruch. Mit dem 1:0 in der Saison 2005/2006 am letzten Spieltag bei Amasyaspor Lohne wurden die Altenoyther der letzte Meister der alten Bezirksklasse. Das Tor des Tages erzielte Peter von Uchtrup.

Folgende Elf lief für Altenoythe letztmals in einem Bezirksklassen-Spiel: Matthias Altevers - Torsten Thomann, Markus Behnen, Alexander Boxhorn, Peter von Uchtrup (55. Ferhat Cobanoglu), Michael Dumstorff, Stefan Dumstorff, Holger Bents (81. Rainer Dullweber), Fikret Cobanoglu, Sven Böttcher, Martin Sodtke.

 

Ein Höhepunkt aus Altenoyther Sicht war während Langs Tätigkeit bestimmt der 5:0-Derbysieg in der Serie 2006/2007 beim Erzrivalen Hansa Friesoythe. Im Jahr 2007 brach Torsten Thomann seine Zelte in Altenoythe ab. Er war 14 Jahre im Hohefelder Dress unterwegs. Lang blieb bis Sommer 2008. Torsten Bünger wurde neuer Spielertrainer. Auch ihm gelang mit seiner Elf ein furioser Derbyerfolg. Am Ostersonnabend 2009 feierte er mit dem SVA vor 1300 Zuschauern einen 3:1-Erfolg gegen Friesoythe.

 

Mitte 2010 gab es wieder ein neues Gesicht auf der Trainerbank. Die Hohefelder lockten Steffen Bury vom BV Cloppenburg II nach Altenoythe. Der Ex-Profi fand eine gesunde Mischung vor. Darüber hinaus gelang es dem Spielertrainer, die vielen Talente aus der eigenen Jugend in die Spur zu bringen.


Steffen Bury Archiv BILD: Lichtfuß

 

Während andere Vereine mit großen Investitionen versuchten, ihre Kader aufzupeppen, legte der SVA sein Hauptaugenmerk auf die Förderung eigener Talente. Damit lagen die Altenoyther genau richtig.

 

Große Vereinstreue

 

Bury ist noch immer Trainer und im aktuellen Kader stehen zahlreiche Spieler, die bereits in der Jugend für den Verein die Knochen hingehalten hatten. Dazu gehören unter anderem der jetzige Kapitän Stefan Brünemeyer, Sascha Müller, Bernd Banemann, Wirbelwind Rafael Bastek, Marc Brünemeyer und Torhüter Joscha Wittstruck.

 

Nicht zu vergessen die vielen Helfer, die als Betreuer, Co-Trainer und Mädchen für alles den Trainern und Spielern viel Arbeit abgenommen haben. Diese enge Verzahnung mit dem Club, der Nachwuchs und die Eingespieltheit sind ein Erfolgsrezept, das wohl mitverantwortlich dafür ist, dass sich der SVA seit nun mehr als 25 Jahren am Stück auf Bezirksebene bewegt.

 

 



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